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Wie ich wurde, was ich bin: Mein Weg zum kreativen SinnReich

Einleitung:

Ja, das wird echt eine Aufgabe, meinen Werdegang in einem Blogartikel zu beschreiben. Dieser Artikel ist mehr wie eine Annäherung zu verstehen an die komplexen und verschlungenen Wege, die mein Leben bisher so gegangen ist, und trotzdem einen roten Faden zu finden. 

 

Denn, den gibt es, bei all den vielfältigen Interessen und gefühlt 10000 Berufen, die ich erlernt habe.

 

Schon immer haben mich die Fragen nach dem Sinn beschäftigt. Fragen wie: Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Und vor allem: Was soll das Ganze hier? Also das mit dem Leben hier auf der Erde, als Mensch in diesen bewegten Zeiten. Wie geht das mit dem Lebendig Sein, dem Menschsein und der Liebe? Was ist der Sinn? 

 

Zudem treibt mich ein unbändiger Wille an, den Dingen auf den Grund zu gehen, zu begreifen, zu erfassen. Die Welt und das Menschsein zu durchdringen, mit all seinen Sinnen. Und zu verstehen, warum so vieles nicht so läuft, wie es zuträglich ist für einen selbst und für die Welt. Da ist eine große Neugierde da, von Anfang an. 

 

Und ja, das Kreativ-Sein. Gestalten, erschaffen, schöpfen. 

 

Auch lässt sich in meinem Leben das Berufliche nur schwer vom Privaten trennen, da alles, was ich mache, auch etwas mit Berufung zu tun hat.

 

So viel zur Einleitung. Jetzt gibt es ein paar ausgewählte Stationen, wie das sich alles so seinen Weg an(bahnte) in meinem Leben. Enjoy the read-ride.


Station 1

Trauerweiden, Trommeln und Karl May

Ich hatte das Glück, mit einem großen Garten aufzuwachsen. Der in meiner Kindheit auch noch recht verwildert war, was ich als Kind sehr liebte. Eine große stattliche Trauerweide stand darin. Stundenlang haben wir dort als Kinder gespielt, uns in die biegsamen Äste gehängt, uns von einem Vorsprung am Haus abgestoßen und gegen den Stamm schwingen lassen, um uns dort wieder abstoßen zu können. Zu der Trauerweide, und zu Weiden an sich habe ich bis heute ein besonderes Verhältnis, ich habe erst später verstanden, dass ich schon immer in tiefem Austausch mit den Baumwesen stand und diese uns Menschen mit ihren jeweiligen Eigenschaften gut unterstützten können und auch Botschaften für uns haben. Dies kam alles jedoch sehr viel später in meiner schamanischen Ausbildung, als Kind wusste ich dies vielleicht intuitiv, hatte jedoch keine Worte dafür. Zudem ist das eine Art von spirituellem Wissen, das in einem kleinen Dorf in Hessen einfach wenig bis keinen Platz hatte. Mein Herz hüpft auf jeden Fall immer vor Freude, wenn ich eine Trauerweide zum Verweilen und für Rituale in meiner Umgebung finde.

 

Des weiteren hatte ich als Kind einen mega Faible für alles, was mit "Indianern" zu tun hatte, inspiriert durch sehr viele Bände von Karl May. Da kann frau heute drüber denken, was man will, mich haben die Bücher neugierig gemacht auf die Welt und es führte dazu, dass ich a) die Liebe zu Büchern entdeckte und b) mit meiner Rahmentrommel - und Pfeil und Bogen - ebenfalls stundenlang durch den Garten bin. (Auch etwas, was mit der schamanischen Ausbildung wiederkam, also das mit der Trommel, Pfeil und Bogen haben sich verwachsen).

Station 2

Die Künstlerin

Eine weitere prägnante Geschichte aus meiner Kindheit sind die Reisen an die Cote d'azur mit meinen Eltern und Geschwistern. Meine Eltern sind schon immer gerne und viel gereist, wofür ich sehr dankbar bin, denn das hat die Welt von Anfang an weit gemacht und Reisen als etwas natürliches und machbares abgespeichert. Was diese Reisen nach Südfrankreich allerdings so besonders machten, waren die Maler und Portraitzeichner an den Strandpromenaden. Mir war sehr schnell klar, wenn ich mal groß bin, dann möchte ich auch Portraitzeichnerin und Malerin an einer südfranzösischen Strandpromenade werden. Mir war klar, wenn ich mal groß bin, dann möchte ich Künstlerin werden. Und, wenn auch über die Zeit die Strandpromenade verblasste, die Künstlerin blieb.

 

Station 3

Konfirmationsunterricht und die Nebel von Avalon

Die spirituelle Ausrichtung. Auch wenn meine Eltern nicht sonderlich kirchlich religiös geprägt sind, zum Konfirmationsunterricht bin ich mit 14 Jahren trotzdem gegangen. Weil frau das ja so macht und auch, weil es zum Abschluss eine nette Feier und Geschenke gab. Brachte halt mit sich, ein Jahr lang jeden Sonntag in den Gottesdienst zu gehen. Ich mochte den Pastor und die Gruppe, nur mit der ganzen Lehre konnte ich schon damals nicht allzu viel anfangen. Auch wenn ich es damals noch nicht so benennen konnte, mit dieser ganzen Idee, dass das Männliche als Gott so im Vordergrund steht, fand ich noch nie stimmig. Zur gleichen Zeit las ich von Marion Zimmer Bradley "Die Nebel von Avalon", wo es um eine weiblich geprägte Spiritualität geht. Das zog mich damals instinktiv viel mehr an und ich dachte mir nur, ach, wäre das schön, wenn das nicht nur Fiktion wäre. Hm ja, heute weiß ich, mit dem ganzen Wissen um matriarchale Geschichte, dass das alles lange Zeit auf der ganzen Welt keine Fiktion war und auch in einigen Gesellschaften auf der Erde auch noch gelebte Realität ist. Dass es ganz lange eine große Göttin gab, die im Mittelpunkt jeder Gesellschaft stand, einfach weil den Menschen klar war, dass alles Leben aus der Frau in die Welt kommt und dadurch heilig ist. 

Nun ja, das alles wusste ich damals natürlich noch nicht, war aber neugierig genug, um an meiner Irritation dran zu bleiben und so immer auf der Spur nach alternativen Formen von spirituellem Ausdruck.

 

Station 4

Die Goldschmiedin und Schmuckdesignerin

Zeit Sprung. Ich habe gerade erfolgreich mit 20 Jahren mein Abitur bestanden. Mit Kunst, Französisch und Religion als meinen Fächern. Was jetzt? Berufswahl....Was tun? Wenn ich rückblickend ganz ganz ehrlich mit mir bin, ich wollte schon immer einfach freie Kunst studieren. Ich habe es mich nur zu dem Zeitpunkt in meinem Leben einfach nicht getraut. Da ich, wie vermutlich jede Künstlerinnen-Seele in dieser Zeit mit so wohlgemeinten, aber unheimlich blockierenden Glaubenssätzen "Kunst ist brotlos", "Von Kunst kannst du nicht leben", "dann geh wenigstens in die Werbung" usw. aufgewachsen bin, hatten diese sich so tief in mir eingebrannt, dass ich sie zu diesem Punkt in meinem Leben geglaubt habe. Gewürzt mit ein paar tiefen Selbstzweifel ob der eigenen kreativen Schaffenskraft hatte ich einfach nicht den Mut, die freie Kunst anzugehen.

 

Jetzt bin ich - der Göttin sei Dank - doch mit einem kreativem Geist und einem starken Willen ausgestattet, sodass ich zu dem Zeitpunkt in meinem Leben eine gute Alternative fand. Ich begann eine Ausbildung zur Goldschmiedin. Ein schönes Handwerk, sehr befriedigend, am Ende des Tages etwas neues Schönes auf die Welt gebracht zu haben. So sehr ich die handwerkliche Ausbildung schätzte, so sehr vermisste ich jedoch im betrieblichen Alltag die Kreativität. Reparaturen, Entwürfe vom Chef umzusetzen und Ringgrößenveränderungen waren jetzt nicht, was mich zufriedenstellte. Zudem fehlte mir der unbedingte Wille zur Perfektion, der für einen Goldschmied unerlässlich ist. So war mir schnell klar, dass ich nicht bis zum Lebensende in diesem Beruf arbeiten wollte, zumindest nicht als Angestellte.

 

So habe ich im Anschluss an die erfolgreich abgeschlossene Ausbildung zur Goldschmiedegesellin noch vier Jahre Studium zur Diplom Schmuckdesignerin drangehängt. Ja, damals gab es noch das Diplom, und ja, Schmuckdesign kann mensch studieren ;-)

 

Anfangs etwas hadernd mit dem Standort (Idar-Oberstein ist jetzt nun nicht der Nabel der Welt) habe ich es sehr schnell angefangen zu lieben. Es war wunderbar, so einen kleinen Campus zu haben mit anderen kreativen Seelen um mich herum und der Möglichkeit, mich kreativ auszutoben. Was ich ausgiebig tat. Vier Jahre lang eine kreative Forschungsreise nach der anderen - mein persönlicher Himmel. Was ich damals noch nicht so im Blick hatte, war das damit auch mal den Lebensunterhalt zu bestreiten, aber hey, was solls. Außerdem war während des Studiums schnell klar, dass ich nicht nur meinen Verlobten heiraten würde (und auch tat), sondern dass wir nach dem Studium auf eine ausgedehnte Weltreise gehen würden (was wir auch taten). Von daher lautete der Titel meiner Diplomarbeit: "Schmucknomadin - weltlernen". Und hat sich, neben dem künstlerischen Ausdruck in Form einer 20 teiligen Kollektion, im schriftlichen Teil mit dem Mysterium des kreativen Prozesses beschäftigt. Wie entsteht eigentlich Kreativität und wie kommt sie ins Fließen? Bzw. warum fließt sie oftmals nur spärlich bis gar nicht? Und wo kommen Ideen her? Und all solche Fragen waren Bestandteil meiner Arbeit, die ich mit Auszeichnung bestand.

Station 5

Weltreise und spiritueller AHA Monat in Guatemala

Und dann war es so weit. Im Sommer 2008 ging es auf Weltreise. Über diese Reise ausführlich zu schreiben würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. 2,5 Jahre waren wir unterwegs und haben den eurasischen Kontinent ohne zu fliegen bis nach Schanghai überquert. Wir waren, bis auf Afrika und der Antarktis, auf jedem Kontinent und ich eine tiefe Liebe zu der Schönheit der Welt entdeckt und bis heute bewahrt. Zu verstehen dass die Welt nicht dieser gefährliche Ort ist, wie unsere Medien uns immer wieder weiß machen wollen, sondern dass alle Menschen überall einfach in Glück, Zufriedenheit und Sicherheit leben wollen, das hat mich nachhaltig geprägt. Auch die ganzen Naturwunder zu erleben und mit eigenen Augen zu sehen war wunderschön. Und, eindrücklich war auch, die ganze Zerstörung mit eigenen Augen zu sehen, wie z.B. den ausgetrockneten Aralsee, war eindrücklich. Bis heute passt das für mich nicht zusammen, das generell lebensförderliche in allen Menschen und dass wir als Spezies zugleich unsere Lebensgrundlage, die Erde, so feindlich behandeln (und uns selbst damit gleich mit). Und, ich schweife ab. Neben all den Abenteuern, den drei Monaten Artist in Residence in Australien, dem Arbeiten im australischen Outback und und und mag ich hier, im Rahmen dieses Artikels, besonders den einmonatigen Meditationsaufenthalt in Guatemala hervorheben. 

 

Wir kamen dort auf außergewöhnliche Art und Weise hin (nochmal eine ganz eigenständige Geschichte) und wollten eigentlich nur etwas entspannen, Yoga machen und meditieren. Uns erholen. Die Vorlesungen der Leiterin wollten wir eher ausfallen lassen. Es kam ganz anders. Las piramides des Ka in San Marcos und Chaty, die Gründerin, haben etwas ganz anderes bewirkt. Nämlich ein spirituelles Aufwachen. Auch wenn ich mich schon unbewusst mein ganzes Leben lang mit diesen im Eingang genannten spirituellen Fragen beschäftigt habe, hatte ich bis dahin immer eine ordentliche Skepsis den feinstofflichen und spirituellen Ebenen gegenüber. Habe dem nie den Namen spirituell gegeben, bzw. habe Religion immer mit Spiritualität gleichgesetzt. Und hatte weiterhin eine ordentliche Portion Skepsis gegenüber den patriarchal geprägten Weltreligionen gegenüber, die so viel Leid und Elend über das weibliche Sein gebracht haben. Und die immer nur das Glauben forderten, ohne das eigene Wissen zu fördern.

 

Wie erfrischend fand ich den Ansatz dort, der besagte, du musst hier nichts glauben, nur eine gewisse Offenheit mitbringen und die Übungen machen, die vorgeschlagen werden. und dann selbst rausfinden und überprüfen, was für dich wahr ist. Ersthandinformationen sozusagen. Das war etwas, wo ich gut mitgehen konnte. Und je mehr der Monat voranschritt, desto faszinierter war ich. Da öffneten sich andere Dimensionen des Seins, des Fühlens und des Spürens, die ich bis dahin nicht erahnen konnte. Neue Türen gingen auf und ich stand staunend wie ein Kind vor all den Wundern, die sich mir zeigten. Das Leben machte auf einmal Sinn. Wow.

 

Und, es ging in diesem Monat, der den schönen Namen "Moon Course" trug, auch um die Mission im Leben. Die letzte Woche war eine Schweigewoche und Fastenwoche und ich wachte eines Morgens mit der inneren Botschaft auf: Wenn du zurück in Deutschland bist, dann wirst du Yogalehrerin. Ui, ich kann dir sagen, da war ich mehr als erstaunt. Denn, ich praktizierte zwar für mich seit ein paar Jahren hin und wieder Yoga, aber dass das ein Beruf für mich sein könnte, kam mir nie in den Sinn. Ich dachte mir, nun ja, wir sind ja noch ein halbes Jahr auf Reisen, das verfliegt vielleicht wieder. Falsch gedacht, es blieb. Zurück in Deutschland begann ich 2011 mit meiner Yogalehrerinnenausbildung in Mainz.

Station 6

Alles wandelt sich radikal und spiritueller Honeymoon

Und dann wurde alles anders. Kaum waren wir zurück in Deutschland und ich in Yogalehrerinnenausbildung, verabschiedete sich meine Ehe und ich strandete in einer fetten Lebenskrise bei Yoga Vidya Mainz e.V. als Mitarbeiterin. Was ein Riesenglück war, denn so musste ich den Scherbenhaufen meiner Ehe nicht alleine aufkehren. Eine tolle kleine Gemeinschaft fing meine Krise gut mit auf, auch wenn die sich das bestimmt etwas anders mit mir vorgestellt hatten.

 

Es folgten drei Jahre in dieser spirituellen Waschmaschine im Schleudergang, wie ich das gerne beschrieb, mit diversen Yogaausbildungen, der Entdeckung des schamanischen Weltbildes und gleich mit drangehängter schamanischer Ausbildung und und und. Es machte, neben all der Anstrengung, die gemeinsames Leben und Arbeiten so mit sich bringt, einfach Freude, den Tag mit Gleichgesinnten zu begehen und eine Ausrichtung zu haben. Die Kunst hatte in dieser Zeit nicht ganz den großen Stellenwert für mich, mein Fokus lag ganz klar im spirituellen Raum und, um ganz ehrlich zu sein, gegen eine Erleuchtung hätte ich auch nichts einzuwenden gehabt ;-) Das hat bisher nicht geklappt und ist auch nicht mehr mein erklärtes Lebensziel ;-)

 

Nach drei Jahren war es dort dann aber auch gut, die Scheidung war durch und es zog mich erneut nach Guatemala, um nochmal für drei Monate im Retreatcenter zu sein. Ich absolvierte den "Sun course", der 6 Wochen Schweigen beinhaltete. Eine meiner magischsten Zeiten, die ich je die Freude hatte zu erleben.

 

Und, ich entdeckte die Sinnlichkeit und eine gesunde und heil(ig)e Form von Lebensenergie, nämlich den spirituellen Weg des Tantra. Meine Reise führte mich von Guatemala über Mexico nach England, wo ich bei einem tantrischen Woche von ISTA teilnahm. Ich hatte mächtig Respekt vor dieser Woche. Ich hatte großes Glück. Es war eine Woche, die so wunderbar angeleitet war, dass ich bei allem, was an Angeboten kam, gut mitgehen konnte und so nach dieser Woche um einiges lebendiger und heiler ins Leben gehen konnte.

 

Und warum erzähle ich das hier? Ich bin eigentlich, was meinen tantrischen Background angeht, sehr zurückgehalten mit öffentlichen Äußerungen, da es immer sehr schnell ein sehr merkwürdiges Kopfkino bei Menschen, und vor allem Männern anwirft. Was einfach nervt! Und dem Thema nichts im Geringsten zu tun hat.

Also, warum jetzt? Weil es wichtig ist zu verstehen, wie Kreativität und eine frei fließende Sexualität aka Lebensenergie zusammen hängen. Für mich war das wirklich ein AHA Moment, das zu verstehen. Dass wir als Frauen, wenn wir gut in unserem Becken und in der lustvollen Sinnlichkeit sind, am Kreativsten sind. Denn, in unserem Becken sitzt unsere Kreativität. Für alle Formen von Kreativität, nicht für für das Empfangen von Kindern. Das wird aber nochmal ein ganz eigener Blogartikel :-)

 

Und dann kam ich zurück nach Deutschland und versuchte, ein normales Leben aufzubauen...

Station 7

Heilungskrise und Selbstständigkeit und Gestalttherapieausbildung

...was nur bedingt klappte. Zum ersten Mal in meinem Leben wohnte ich alleine. Nach 17 Jahren WGs und Gemeinschaft hatte ich den dringenden Wunsch danach, mal Raum für mich alleine zu haben. Ich fand eine tolle Wohnung auf einem Aussiedlerhof in der Nähe von Mainz. Im Erdgeschoss. Ich dachte mir, gut, Flügel zum Reisen und so habe ich, jetzt ist es Zeit, Wurzeln zu bekommen. Da passte das mit der Erdgeschoss Wohnung gut.

Dann suchte ich mir eine Teilzeitstelle, denn ich wollte mich so nebenher Selbstständig machen. Mit Yoga, Ritualabenden, Frauenkreisen und Schmuckworkshops.

 

Das klappte nur bedingt und anscheinend haben meine Wurzeln nur darauf gewartet, dass ich mal zur Ruhe komme, denn dann kam die fetteste Krise, die mir bisher in meinem Leben begegnet ist. Im Yogakontext habe ich immer gesagt, dass Kali, die Göttin der Zerstörung, durch mein Leben getanzt ist und kein Stein auf dem anderen gelassen hat.

In der fachlichen Sprache hieß es schwere Depression. Arbeiten war nicht mehr, und auch mit dem Leben stand es auf der Kippe. Und dann habe ich mir - Göttin sei Dank - eingestanden, dass ich Hilfe brauche und habe 2017 sehr viel Zeit in Klinken verbracht. Dort das Zeichnen und meine Künstlerin wieder entdeckt, auch das wird später eine wichtige Rolle spielen im weiteren Verlauf meines beruflichen Daseins.

 

Die Zeit in der Klinik war ein ganz schön krasser Reset und ich hatte viel Zeit, um mich mit der eigenen Heilung zu beschäftigen und auch mit der Frage, was ich eigentlich wirklich will und warum ich nicht anfange, ganz radikal dafür zu gehen. Irgendwann war klar, ich gehe nicht in meinen angestellten Job zurück. Ich wage das mit der Selbstständigkeit ganz, denn: ich hatte nichts mehr zu verlieren. 

 

2018 war es dann soweit. Der große Sprung in die komplette Selbstständigkeit.

Und der Start von einer dreijährigen Gestalt Therapieausbildung, denn ich hatte ja noch nicht genug Berufe ;-) Spaß beiseite, diese Ausbildung war, nicht nur für das Berufliche, sondern auch für meine persönliche Entwicklung eine der wichtigsten und herausforderndsten Zeiten meines Lebens. Und, eine der Nachhaltigsten. 

 

So anstrengend der Start in die Selbstständigkeit war, so erfüllend ist es, die eigene Chefin zu sein. Sich kreativ auszuprobieren, immer wieder neues zu wagen. Mein erstes Jahr lief gut an, was am Besten funktionierte, war das Unterrichten von Yoga. Das ging so weit, dass ich Anfang 2020 anfing, mich nach eigenen Räumen umzuschauen. Und zum Glück nichts anmietete, denn, wir alle wissen es: Dann kam Corona. Und änderte erneut alles.

Station 8

Corona, Online und Natur und Zwiebelschälen

Von einem Tag auf den anderen durfte ich nicht mehr arbeiten. Das war hart, so als Jungunternehmerin ohne Rücklagen. Nach dem ersten Schock legte ich mir alles zu, was frau fürs Online unterrichten braucht und stellte meine Yogakurse auf Online um. Eine ganz schön steile Lernkurve setzte ein, nicht nur für meine Teilnehmerinnen, sondern auch für mich. Anfangs mochte ich Online gar nicht, mittlerweile habe ich es, als Ergänzung, sehr zu schätzen gelernt. Ermöglicht es mir doch, von überall her zu arbeiten. So wie jetzt von Portugal aus, aber ich greife vor.

 

Den Corona Sommer habe ich dann draußen verbracht, ich habe all meine Kurse und Angebote in die Natur verlegt, was eine Offenbarung war. Ritualabende unter der Trauerweide am Rhein hatten eine ganz andere Kraft, als es ein geschlossener Raum je bieten konnte. Yoga auf der Wiese war einfach immer schön und besonders.

 

Und ich aktivierte meine etwas brachliegende eigene Kreativität wieder. Meine Schmuckwerkstatt hatte ich im Haus, verbrachte viel Zeit mit eigenen Kreationen und stellte meinen Online Shop auf die Beine.

 

Und ich übernahm, weil all das noch nicht reichte, die Leitung einer Yogalehrer*innen Ausbildung im Mainzer Yoga Vidya Center. Das war eine weitere große Lernkurve und hat mir gezeigt, dass ich gerne Wissen auf meine Art und Weise weitergebe.

 

So war das Jahr 2020 nicht nur geprägt von der Corona Krise, sondern setzte auch viel Kreativität bei mir frei. Die auch eine Kehrseite hatte. Es kam das Jahr 2021 und ich war komplett verausgabt. Und, da ich ja aus meiner großen Heilkrise gelernt hatte, habe ich mich nicht weiter gepusht, sondern in Ruhe "hingesetzt" und geschaut, wo es vielleicht eine Kurskorrektur braucht. Und mir die Frage gestellt: Was wäre, wenn ich in diesem Jahr radikal nur meiner echten Freude folge? Ohne mir Sorgen zu machen? Und dann habe ich das gemacht. Immer wieder reingespürt, wo zieht mich meine Freude hin? So wirklich in echt? Und dann bin ich dem gefolgt. Das hatte zur Folge, dass ich wieder viel gereist bin, nach La Gomera, Kreta und Malaga. Habe meditiert und auf Festivals meinen Schmuck ausgestellt. Auf Kreta meine alte Haut abgelegt. 

In einer weiteren bewegenden Vision auf Kreta habe ich den Wunsch verspürt, überall in Europa alte weibliche Kultstätten zu besuchen und zu lauschen, was es dort noch an Weisheit zu erfahren gibt. Einem alten Wissen, dass uns als Menschen heute helfen kann, eine friedlichere Zukunft in Liebe, Lebendigkeit und Verbundenheit zu führen.

 

Und, ich entdecke mit Judith Peters sympatexter das Bloggen neu. Schreibe einen Jahresrückblick und auch dieser Artikel ist eine großartige Idee von ihr. Merci dafür :-)

 

Und bin in das Jahr 2022 gegangen mit dem Wunsch, weitere Kreise zu ziehen und neue Orte zu finden. Und wieder mehr zu reisen. Meiner Bestimmung zu folgen. Noch feiner rauszufinden, was ich der Welt zu schenken habe.

Station 9

Online Business, Wirkorte, Reisen auf den Spuren der Göttin und die Künstlerin ist zurück.

2022 startete wild. Wenn du mehr darüber lesen magst, schau dir den Monatsrückblick Januar 2022 an.

Mit dem Plan, wieder mehr zu reisen und den Vorteilen des Online Arbeitens setze ich mir zum Ziel, damit 2022 gründlich durchzustarten. Ich buche bei Sigrun ein 10 wöchiges Online Coaching und bin gleichzeitig bei Katja Brunkhorst in einem Coaching für die berufliche Neuausrichtung und Begleitung.

 

So entstand Anfang des Jahres nicht nur mein erster vierwöchiger Online Kurs "Self-Care Karten Atelier" sondern auch mein Folgeprogramm "Aus alten Wurzeln neue Blüten treiben". So reise ich nicht alleine durch den Süden von Europa, sondern habe auch noch Mitreisende im "Online-Gepäck", die an meinem Programm teilnehmen.

 

Der erste Ort, wo es mich hinzog, wird auch nach der Reise mein neuer Wirkort werden. Im Seminarhaus Sonnenberg im Odenwald gab es nicht nur einen Steinkreis zu entdecken, sondern auch die Liebe. 

 

So zog ich von dort aus weiter mit Sonne im Herzen Richtung Süden, besuchte Los Millares im Süden von Spanien und die Friedensgemeinschaft Tamera in Portugal.

 

Dort gibt es einen Steinkreis mit 96 Archetypen, der in aktiver Nutzung ist. Ein magischer Ort. An dem Tag, wo wir mit der Gruppe dorthin sind, gab es die Möglichkeit, einen Zettel für einen Stein zu ziehen. Ich zog: The artist. Die Künstlerin. Ich bin auf den Stein zu und bin in Tränen ausgebrochen. Ich saß sehr lange an diesem Stein und weinte. Ich habe es geschehen lassen und dann dämmerte es mir. In diesem Steinkreis gibt es einen Künstlerstein. Der hat einen Platz und zwar einen sehr Wichtigen im inneren Kreis. Die Kunst hat einen wichtigen Platz in dieser Gemeinschaft, ist kein überflüssiger Luxus. Das Sitzen am Stein heilte all diese alten überholten Glaubenssätze aus meiner Kindheit und rückt seitdem etwas sehr gerade in mir. Ich habe dem Stein und meiner inneren Künstlerin versprochen, wenn ich wieder zurück in Deutschland bin, dass die Kunst einen sehr viel größeren Stellenwert in meinem Leben einnehmen wird, als ich ihr bisher zugestanden habe. Da heilt gerade was.

Aktuell und Ausblick

Und was mache ich denn nun beruflich? Was bin ich? Wenn du bis hierher gelesen hast, wirst du verstehen, warum es mir oftmals so schwer fällt, dass in einen Satz zu verpacken. Je nachdem, wer mich fragt oder in welchem Kontext mich Menschen kennen gelernt haben, bin ich entweder bisher Yogalehrerin, Leiterin von Ritual und Frauenkreisabenden gewesen. Goldschmiedin, Online Anbietern, Heilpraktikerin für Psychotherapie, Gestaltlerin, Reisende usw.

Fass das mal in der Essenz zusammen...Falls dir da was Gutes zu einfällt, schreib es gerne in die Kommentare :-)

 

Was ich bisher nur schwer sagen konnte: Ich bin Künstlerin. Das fiel mir bis zu dem Moment in dem Steinkreis nicht mal mehr ein als Bezeichnung.

Damit werde ich jetzt für eine Weile gehen und weiterhin staunend dem Wunder dieses meines bewegten Lebens zuschauen.

 

Was ich auf jeden Fall bin: eine Expertin für alles Kreative und für das Leben. In all seiner Buntheit und Lebendigkeit. Wohin die Reise führt und wie ich mich der Welt und dir damit schenken kann, werde ich die nächsten Wochen immer weiter verfeinern und rausfinden. Es lohnt sich also, mit mir in Kontakt zu bleiben. Das kannst du, indem du mir deine Email schreibst. Dann trage ich dich gerne in meinen Newsletter ein.

 

Danke dir für deine Wertschätzung in Form von Zeit, die du dir für das Lesen dieses Blogartikels genommen hast.

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Kommentare: 3
  • #1

    Gaby Koch-Epping (Sonntag, 29 Mai 2022 21:06)

    Das war ja ein spannender weg. Schön dass du das gefunden hast was du liebst ich kenne das aus eigener Erfahrung. Es ist einfach wunderbar.

  • #2

    Angela (Montag, 30 Mai 2022 15:19)

    Ein Weg mit vielen Windungen! Wie wunderbar, dir hier ein wenig folgen zu dürfen!

  • #3

    Fabienne (Sonntag, 26 Juni 2022 23:12)

    Lebenskünstlerin! Kam mir beim Lesen deines Textes.... Viel Bewegung und Bewegendes - staunend immer mehr werden, die Du bist. AUM.